Juni 2018 - Geburtenreduktion in Kasambya

 

In Afrika südlich der Sahara geht die Geburtenrate weltweit gesehen am geringsten zurück und gerade Uganda liegt das Durchschnittsalter bei 15 Jahren (zum Vergleich: Deutschland: 44 Jahre). Der Bedarf an Angeboten zur freiwilligen Familienplanung ist riesig, denn die Bevölkerung wird sich hier bis zum Ende des Jahrhunderts voraussichtlich nochmal fast vervierfachen. Für diese Menschen müssen sauberes Wasser und Nahrung, Schulen und Krankenhäuser, zur Verfügung stehen – doch schon heute haben die meisten Staaten große Probleme, die Menschen ausreichend mit diesen Grundgütern zu versorgen.

Armut führt zu einem hohen Bevölkerungswachstum und ein hohes Bevölkerungswachstum führt zu noch mehr Armut. Durch Armut verringert sich auch die Überlebenschance für Neugeborene da dann auch häufig der Zugang zu Krankenhäusern oder Ärzten fehlt. Viele Kinder bedeuten jedoch eine gewisse Alterssicherung. Ein fataler Teufelskreis.

Eines unserer Ziele ist es diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Denn dass ein Ausweg möglich ist, haben viele asiatische Staaten gezeigt: Sie haben sowohl in Gesundheits- und Bildungsprogramme als auch in freiwillige Familienplanung investiert und so binnen kürzester Zeit einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. So ähnlich müsste es auch in afrikanischen Staaten und auch in unserem Projekt möglich sein. Einiges haben wir in den letzten vier Jahren schon erreicht. Die Thematik ist jedoch vielschichtig und wir müssen behutsam einige traditionelle Denkmuster bei den Bewohnern ansprechen und aufbrechen. Dazu werden wir in Kasambya ab Ende 2018 im Rahmen einer Capacity Building Maßnahme ein Team bilden, das in Workshops schwerpunktmäßig zunächst 6 Themen erarbeiten und anschließend in geeigneter Weise in der Region kommunizieren soll. Um folgende Themen geht es:

 

  1. Sexualaufklärung

Aufklärung ist die Basis, damit sich Jugendliche und Erwachsene mit Verhütungsmitteln wie Kondomen vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Über Sexualität zu reden, ist auch in Kasambya nicht einfach. Nicht darüber zu sprechen, ist jedoch hier jedoch noch gefährlicher als bei uns und hat gravierende Folgen für Mädchen und Frauen, wenn sie – oft ungewollt – schwanger werden.

Aufklärung beginnt heute in Kasambya bereits in den Familien.

Unsere Gesundheitshelfer besuchen turnusmäßig alle Familien, reden drüber und klären auf. Weiterhin arbeiten wir zukünftig mit der SRHR Uganda zusammen, einer Organisation, die sich umfassende Sexualerziehung, die Verringerung der geschlechtsspezifischen Gewalt und die Sicherung der Rechte von Frauen und jungen Menschen auf die Fahne geschrieben hat. Sie will Menschen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen über ihr sexuelles und reproduktives Leben zu treffen. Darüber hinaus trägt die SRHR-Allianz aktiv zu einem Umfeld bei, in dem sexuelle Gewalt als inakzeptabel betrachtet wird und Stigmatisierung reduzieren werden soll.

  1. Familienplanung

Über Verhütungsmittel etwas zu wissen, ist das eine, sie auch verwenden zu können, das andere. Apotheken oder Krankenstationen sind häufig nicht mit Verhütungsmitteln ausgestattet, oder der Weg ist für viele Menschen zu weit. In den Städten hat sich in den letzten Jahren viel getan, doch gerade in den ländlichen Gebieten muss dafür Sorge getragen werden, dass die Menschen eine Möglichkeit haben, moderne Verhütungsmethoden anzuwenden.

Kondome sind in Kasambya schon wegen der weit verbreiteten HIV-Infektionsgefahr erhältlich.

  1. Aufbau eines Gesundheitssystems

Gesundheit ist das A und O. Werdende Mütter zum Beispiel müssen so versorgt werden, dass sie weder um die eigene Gesundheit noch um die ihrer Kinder fürchten müssen. Die Kindersterblichkeit hat einen hohen Einfluss auf die Geburtenzahl pro Frau, denn Paare sind erst bereit, weniger Nachwuchs zu bekommen, wenn sich die Überlebenschance für jedes einzelne Kind erhöht.

Wir haben in Kasambya in den letzten Jahren ein Gesundheitssystem organisiert. Unsere vier Gesundheitshelfer, unser Arzt Dr. Mugambe und die Krankenstation in Naluggi haben in den letzten Jahren allein durch Beratung der Mütter in der Schwangerschaft die Mütter- und Kindersterblichkeit bei der Geburt auf NULL reduzieren können. Kinder wachsen gesund auf denn die Mütter werden von den Gesundheitshelfern über gesunde Ernährung und die Vorbeugung von Krankheiten aufgeklärt. Organisierte Impfungen und periodische ärztliche Betreuung sind heute bis zum Ende der Schulzeit gewährleistet.

  1. Reduktion von Armut und Perspektivlosigkeit

Die Bevölkerung wächst besonders in den ärmsten Ländern der Welt. Viele Kinder bieten eine Möglichkeit der Versorgung im Alter und bei Krankheit. Dabei kann eine freiwillige Familienplanung die Entwicklungschancen armer Länder nachhaltig verbessern. In kleineren Familien sind die Kinder im Durchschnitt gesünder, haben bessere Ausbildungschancen und daher bessere Möglichkeiten, am Erwerbsleben teilzunehmen.

In Kasambya wurde die Armut durch Verbesserung der landwirtschaftlichen Aktivitäten und durch die Gründung einer Genossenschaft bisher mit Erfolg bekämpft. Mit den höheren Einkommen können jetzt fast alle Familien jetzt ihre Kinder in unsere Schule schicken. Weiterhin überlegen wir zurzeit, wie wir weitere Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft schaffen können.

  1. Gleichberechtigung

In Partnerschaften können Frauen in vielen Entwicklungsländern oft nur schwer die Verwendung von Verhütungsmitteln und Familienplanung durchsetzen. Viele Frauen wünschen sich weniger Kinder als Männer – doch dies geht nur, wenn sie sich ihnen gegenüber auch behaupten können. Besser gebildete und in ihren Rechten gestärkte Frauen können sich informieren und selbstbestimmte Entscheidungen zur freiwilligen Familienplanung treffen.

Durch intensive Beratung der Eltern durch unsere Gesundheitshelfer gehen Mädchen jetzt vermehrt zur Schule. Mütter erfahren durch ihre besser gebildeten Kinder und durch unsere Gesundheitshelfer von Möglichkeiten einer Familienplanung.

  1. Bildungschancen für Mädchen verbessern

Die Welt hat in Bildungsfragen große Fortschritte gemacht. Aber Mädchen müssen nach wie vor häufig im häuslichen Umfeld mitarbeiten und dürfen deshalb nicht zur Schule oder verlassen diese frühzeitig. Gezielte Aufklärung der Eltern kann hier Abhilfe schaffen. Weiterhin gehen Mädchen während ihrer Menstruation nicht zur Schule.

Eltern werden durch unsere Gesundheitshelfer aufgeklärt, die bei ihren regelmäßigen Besuchen in den Familien auf vorhandene Möglichkeiten hingewiesen. Durch die eigene Herstellung von Damenbinden ist es zum Beispiel gelungen, dass Mädchen während ihrer Menstruation weiterhin zur Schule gehen.


Fazit:


Unsere Gesundheitshelfer haben bereits sehr viel erreicht:

  • Sie haben die Sterberate von Mutter und Kind bei der Geburt auf NULL reduzieren können.

  • Durch frühzeitige Erkennung von HIV bei Müttern und der Verabreichung eines Medikamentes an das Kind bei der Geburt kann die Übertragung von der Mutter auf das Neugeborene während der Geburt verhindert werden.

  • Mädchen gehen verehrt zur Schule.

Doch die Aufgabe der Geburtenreduktion ist komplex und kann von unseren Gesundheitshelfern nicht in vollem Umfang ausgefüllt werden.

Mit der genannten Capacity Building Maßnahme wird dafür ein Team installiert, das zunächst intensiv geschult wird und dann dauerhaft Kasambya und die gesamte Region aufklären soll. Die Maßnahme wird zu 75% vom „Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit“ (BMZ) gefördert. 25% müssen wir durch Spenden beitragen.

 

9. Oktober 2017 - Zwei weitere Gesundheitshelfer sind ausgebildet

JohnBosco Ssekamate und Harriet Namulimira sind einsatzbereit.

7. September 2017

Diese verdammte Immunschwächekrankheit zu besiegen, wäre für uns alle ein riesiger Schritt nach vorn. In unserem Dorf sind es zwar schon deutlich unter 10% der Bewohner, die den HIV Virus in sich tragen. Aber jeder Einzelne ist zuviel. Wir bilden jetzt kurzfristig in den nächsten Wochen zwei weitere Gesundheitshelfer aus, die unsere Dorfbewohner noch intensiver gesundheitlich präventiv betreuen, sie beraten und im Krankheitsfall mit Medikamenten versorgen können. Ganz oben steht dabei die Information und die persönliche Beratung. Denn hauptsächlich durch die Änderung der Verhaltensweisen kann eine Neuansteckung verhindert werden.

5. September 2017

Unser Arzt Dr. Mugambe wird in wenigen Tagen beginnen, zwei weitere Gesundheitshelfer für unser Dorf auszubilden. Sie wurden bereits vom Dorfkomitee ausgewählt und heißen JohnBosco Ssekamate und Harriet Namulimira. Beide werden die bereits seit drei Jahren arbeitenden Gesundheitshelfer Kivumbi Nalongo und William Kamoga unterstützen. 

3. August 2017

Die Küche für unsere Krankenstation ist fertig.In wenigen Tagen kann hier für die Station gekocht werden. Eine großartige Erleichterung der Krankenpflege. 

13. Juni 2017

Jetzt bauen wir in der Krankenstation eine Küche, in der man gut arbeitet und in der gutes Essen gekocht werden kann. 

Februar 2016

Mit dieser Fahrradambulanz können ab sofort bettlägerig Kranke und  Hochschwangere transportiert werden.

September 2014

Wir sind dabei, unsere ausgebildeten Gesundheitshelfer für den Fall, dass sich der Ebola Virus bis nach Uganda ausbreiten sollte zu schulen. Sie werden, falls die Ugandische Regierung den Ernstfall ausruft, vorbereitet sein, die Menschen in unserem Projekt und dem gesamten Umfeld sofort über hygienische und verhaltenstechnische Schutzmaßnahmen informieren zu können.  

April 2014

Die beiden Gesundheitshelfer betreiben Vorsorge, beraten, klären auf und helfen bei Krankheiten. 

28. Februar 2012 - Start der Ausbildung von zwei Gesundheitshelfern

Dr. Mugambe hat 2 Gesundheitsberater ausgewählt: William Kamonga und Kivumbi Nalongo. Die Ausbildung beginnt in Kürze. 

April 2011 - Dr. Mugambe ist beratender Arzt in unserem Projekt

Dr. Mugambe betreibt im 30 Kilometer entfernten Mityana eine Praxis und hat unserem Projekt ärztliche Unterstützung zugesagt. Er wird unter anderem zwei Bewohner unseres Dorfes zu Gesundheitshelfern ausbilden.

9. Juni 2010 - Verteilung von Moskitonetzen an die Bewohner

Über ein Jahr hat es gedauert, bis sie neuen Moskitonetze geliefert werden konnten. Insgesamt 293 Netze konnten die Bewohner in Empfang nehmen.

14. April 2009 - Die Bewohner wurden in der Nutzung von Moskitonetzen geschult

Nahezu unbekannt waren Moskitonetze. Die Nutzung von Moskitonetzen bietet, bei richtiger Anwendung einen fast 100%igen Schutz vor Malaria. 

21. Mai 2010 - Dorfgesundheitsprojekt für Kasambya zeigt Erfolge

Zwischenbericht von Dr. Ulrich Schmitz:

Die Gesundheitsstation in Naluggi, in dem auch die Bewohner aus dem ca. 3 km entfernten Kasambya medizinische Hilfe suchen, ist mit 11 komplett ausgestatteten Krankenhausbetten aus Spenden des Vereins Father Charles Convention e.V. versorgt worden. Am 1. Mai 2010 sind noch zusätzlich 9 Kinderbettchen geordert worden. 
Der Verein will in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe für das ugandische Dorf Kasambya fördern.
Dennoch ist es in dem Verantwortungsbereich Gesundheit und Hygiene, für die ich in dem Team zuständig bin, in diesem Fall unumgänglich, direkte Sachspenden ohne Gegenleistung zu erbringen, damit ein kleiner Schritt getan wird, die immer noch hohe Sterblichkeitsrate der Mütter und Kinder in Uganda zu senken.
Gerade in der ländlichen Regionen, wo 80 Prozent der Bevölkerung - wie in unserem Kasambya - in Armut leben, ist die medizinische Versorgung mehr als unzureichend.
Durch die Erweiterung der Krankenstation in Naluggi wollen wir zusammen mit der italienischen Organisation O.N.L.U.S. mit unseren bescheidenen Mitteln einen Beitrag zur positiven Entwicklung in den Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern ausbauen, damit die dort lebende Bevölkerung einen Zugang zur Behandlung und Vorsorge von Krankheiten wie Aids und den gefährlichen Infektionskrankheiten z.B. Malaria und Tuberkulose erhält.
Vor wenigen Tagen erst wurde von Amerikanischen Wissenschaftlern im Zusammenhang mit dem fünften Millenium-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen für die Schwellenländer eine Studie veröffentlicht, wieviele Mütter und Kinder während Schwangerschaft und um den Geburtstermin an Aids versterben. Die Zahlen sind rückläufig, aber immer noch deprimierend hoch.
Bei meiner Reise im Februar letzten Jahres nach Uganda und dem damit verbundenen Besuch in Kasambya und Naluggi wurde ich persönlich Zeuge von Krankheitsfällen, bei denen mangels Kenntnisse über die Aidskrankheit die Mütter ihre Neugeborenen mit dem HI Virus infizieren und dadurch insgesamt zahlreiche Aidswaisen mit ihren damit verbundenen Problemen und Folgen hinterlassen.
Nur 1 Beispiel:
Ich hatte vor meinem Besuch über Beziehungen in Kampala 100 HIV Schnelltests für die Gesundheitsstation Naluggi eingekauft. Bei der Einweisung der Stationsschwestern fiel mir ein etwa 8- jähriger Junge auf, der ausgerechnet an dem Tag als Vollwaise in Begleitung seiner Oma das Health-Center aufsuchte und an seinem Körper ausgeprägte Hautveränderungen aufwies, die er angeblich seit seiner Geburt hatte. Bei meinem ugandischen Kollegen und mir wurde sehr rasch der Verdacht geäußert, dass es sich in diesem Fall um eine AIDS-Erkrankung handeln könnte. Wir probierten an dem Jungen den Test aus und unser Verdacht wurde bestätigt.
Wie zuversichtlich waren wir, da eine Therapie eingeleitet und durch die Vermittlung einer Patenschaft durch unseren Verein diesem Jungen eine Chance zum Überleben in Aussicht gestellt werden konnte!
Das Fortschreiten der Erkrankung war aber schneller als wir und dadurch der Tod nicht mehr aufzuhalten. Joseph starb für uns viel zu früh, schnell und auch überraschend im Februar diesen Jahres, also genau 1 Jahr später.
Heute frage ich mich, warum ich nicht schon vor 10 Jahren dort war und die inzwischen verstorbene Mutter auf die Möglichkeiten einer Verhinderung der Infektionsübertragung zum Zeitpunkt der Geburt hinweisen konnte. Aber da gab es noch nicht unseren Verein „Hand in Hand for a better life“.
Sehr viel Optimismus strahlt in diesem Zusammenhang eine Meldung der gemeinnützigen Organisation SES (Senioren Experten Sevice) aus, die in Bonn ansässig ist und in der weltweit etwa 600 Vertreter aus dem Gesundheitsbereich tätig sind. In einer vorbildlichenbilden Aktion bilden Mitarbeiter im Norden Ugandas in einem Ausbildungszentrum einheimisches Personal in Hilfe zur Selbsthilfe aus.
Wir sind nur für 1 Dorf auf dem Land in Uganda aktiv, aber machen mit der Einrichtung des alten und neuen Gesundheitszentrums in Naluggi bescheiden einen kleinen Schritt in diese Richtung.  Die Verbesserung der Ausstattung der Krankenstation und die Ausbildung von Beratern und Ersthelfern ganz oben auf unserem Projektplan. 

2010 - Neues Gebäude für die Krankenstation

Die italienische Hilfsorganisation O.N.L.U.S. hat Hand in Hand mit uns ein weiteres Gebäude neben der bestehenden Krankenstation errichtet. Wir kümmerten uns zusammen mit ihnen um die Ausstattung mit Betten und Geräten mit großzügiger Unterstützung der deutschen Hilfsorganisation Kayunga Es wurden 11 Krankenhausbetten für Erwachsene mit Nachtschrank geliefert und aufgebaut. 9 weitere Betten für Kinder/Säuglinge werden im Laufe des Jahres 2013 geliefert.
Weitere geplante Maßnahmen sind die fortlaufende Hygieneschulung, sowie die Ernährungs- und Familienplanungsberatung in Kasambya. 

18. Februar 2008 - Dr. Schmitz zurück aus Kasambya

„Es ist alles ganz anders, aber wir sind mit unserem Projekt auf einem guten Weg.“ stellt Dr. Ulrich Schmitz aus Bad Honnef bei seiner Rückkehr aus Kasambya vor wenigen Tagen fest. „Ein traumhaft schönes Land aber unendlich viel Armut in Uganda.“ resümiert er.  Dr. Schmitz war als erster des Teams der Father Charles Convention vor Ort, hat sich informiert und erste Schritte in Sachen Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung gemacht. So hat er einen einheimischen Arzt aus Kampala für das Projekt interessieren können. Dr. David Nienye wird in Zukunft sogar einen Teil seiner Praxisarbeit nach Kasambya verlegen.  Medikamente, Matratzen für die Krankenstation und einen Sterilisator hat er kurzfristig anschaffen können. Moskitonetze sind in Vorbereitung. Und er hat sogar selbst in der Krankenstation kranke Bewohner behandelt. In Kürze wird er hier ausführlich berichten.  

Februar 2009 - Geldmittel für eine permanente Versorgung mit notwendigen Medikamenten konnten sicher gestellt werden.

Medikamente und Instrumente sowie ein Otoskop zur Untersuchung von sehr häufig vorkommenden Ohrenkrankheiten und einen Sterilisator wurden demonstrativ im Beisein vieler Bewohner von Kasambya vorgestellt und übergeben, damit diese erfahren konnten, dass bei gesundheitlichen Problemen dort eine Anlaufstelle existiert, an der ihnen geholfen werden kann.

23. Mai 2008 - AIDS ist nicht das große Problem

„Die häufigsten Krankheiten in Uganda sind die, welche am leichtesten zu vermeiden wären, nämlich Malaria, Durchfall, Wurmbefall, Erkrankungen der Luftwege, und besonders Pilzerkranklungen der Haut. Gelegentlich kommen auch Schlangenbisse vor.“ sagt Dr. Ulrich Schmitz, Teilprojektleiter für Gesundheit und Hygiene im Team.

Natürlich gibt es auch Krankheiten die wir auch kennen, wie zum Beispiel Asthma, oder Bluterkrankungen wie Sichelzellanämie. Auch sind Unfälle und Verletzungen die Ursache schwerer Erkrankungen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung in Uganda liegt bei nur ca. 50 Jahren. Zum Vergleich werden Frauen in Deutschland durchschnittlich 80 und Männer 74 Jahre alt. Hauptgrund ist die hohe Kindersterblichkeit in Uganda. Durchschnittlich 13 Kinder von 100 werden keine 5 Jahre alt. Davon sterben ungefähr 7 schon im ersten Lebensjahr; meist kurz nach der Geburt. Die Ursachen für die hohe Kindersterblichkeit liegen in der schlechten Versorgung von Schwangeren und Gebärenden. Einerseits hat das viel mit den langen Wegen zu tun, die Menschen zurücklegen müssen, um Hilfe zu holen. Andererseits stirbt aber auch nahezu jede zweihundertste Frau bei der Geburt, da die meisten zuhause entbinden und dabei ohne professionelle Hilfe verbluten. Aids ist nicht mehr, wie allgemein angenommen wird, eine der häufigsten Krankheiten. Lange hat sich auch in Uganda alles um die Eindämmung der Aids-Pandemie konzentriert. Daher gibt es inzwischen gute Fortschritte und die Anzahl der Erkrankungen ist rückläufig. Da Malaria und andere Krankheiten vernachlässigt wurden, ist diese immer auch noch Haupttodesursache. Dabei ist diese Erkrankung durch Vorsorge und zwar Moskitonetze, die mit einem Pestizid imprägniert sind, gut vermeidbar. Weitere häufige Todesursachen liegen bei Durchfallerkrankungen und Lungenentzündung. Nachts, besonders in der Regenzeit, ist es auch in Uganda kalt und oft fehlen Decken, und die Häuser sind auch nicht dicht. Und auch hier zeigt sich wieder, wie man mit Wissen und ganz einfachen Mitteln Menschenleben retten kann.An erster Stelle werden wir Dorfgesundheitshelfer ausbilden, deren Aufgabe insbesondere in der Vermeidung von Krankheiten liegt. Die Verhinderung von Erkrankungen durch Bau von Latrinen, Beratung über Nutzung von Moskitonetzen, sauberes Wasser durch Kontrolle des Wassers in den Zisternen und Hilfe in der Primärtherapie bei Verdacht auf Malaria sehen wir als deren Hauptaufgabe. Dafür müssen Basismedikamente im Dorf vorrätig sein. Oftmals warten die Eltern zu lange mit der Behandlung der Kinder, da diese ja mit Weg und Kosten verbunden sind. Kleine Kinder geraten dabei schnell in eine Anämie oder die Malariaerreger verursachen eine Gehirnmalaria. Beides endet oftmals tödlich. Auch werden wir für ausreichend Moskitonetze sorgen, insbesondere für Schwangere und Familien mit Kindern. Ebenso sollen ehrenamtliche traditionelle Hebammen geschult werden, um Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt zu vermeiden.