August 2026 – Kasambya nach 15 Jahren – ein Wiedersehen voller Zukunft
Ein persönlicher Reisebericht von Melanie Eimermacher, Vorstandsmitglied der Father Charles Convention e. V.

Vertraute Menschen, neue Schulen und eine Gemeinschaft, die ihre Zukunft anpackt: Als ich im August 2026 nach 15 Jahren nach Kasambya zurückkehrte, gab es viel wiederzuentdecken – und noch mehr neu kennenzulernen. Seit fast 20 Jahren begleitet die Father Charles Convention ihre ugandischen Partner beim Aufbau von Bildung, Wasserversorgung und wirtschaftlichen Perspektiven. Was das bewirkt, zeigen Gebäude und Zahlen. Wirklich spürbar wurde es für mich jedoch in den persönlichen Begegnungen.
Chancen, die Leben verändern
401 Kinder besuchen heute den Kindergarten und die Primary School. Unser Patenschaftsprogramm unterstützt außerdem 65 Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg. Einige von ihnen und ihre Familien persönlich zu treffen, gehörte zu den bewegendsten Momenten meiner Reise.
Mit der Vocational Secondary School eröffnet sich jungen Menschen auch eine berufliche Perspektive: Hier erwerben sie praktische Kenntnisse für Handwerk und Dienstleistungen – eine Grundlage, um später ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.
Frauen schaffen Veränderung
Besonders beeindruckte mich die Frauengruppe Mwenkanonkano. Mit der Herstellung wiederverwendbarer Damenbinden verbinden die Frauen eigene Einkommensmöglichkeiten mit konkreter Hilfe für Mädchen.
Bereits mehr als 1.000 Sets wurden an über 200 Mädchen verteilt. Über 300 Mädchen und Frauen nahmen zudem an Informations- und Beratungsangeboten zu Menstruationshygiene und Gesundheit teil. So entstehen Wissen, Selbstvertrauen und bessere Voraussetzungen für einen regelmäßigen Schulbesuch.
Das Aufgebaute trägt Früchte
26 Wasserentnahmestellen versorgen inzwischen Schulen und Bevölkerung mit sauberem Wasser. Landwirtschaft und Maismühle ergänzen die gemeinsame Infrastruktur.
Auch ein Besuch in der benachbarten Pfarrei Naluggi gab mir neue Anregungen: Dort tragen Landwirtschaft und Kaffeeanbau zur Finanzierung sozialer und kirchlicher Einrichtungen bei. Ein anschauliches Beispiel dafür, wie eigene Einnahmen langfristig Handlungsspielräume schaffen.
Jetzt beginnt ein neues Kapitel
In den Gesprächen mit den Verantwortlichen wurde deutlich: Die großen Bauprojekte sind abgeschlossen. Nun gilt es, die Einrichtungen zu nutzen und zu erhalten, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen und sie wirtschaftlich dauerhaft zu sichern.
Kasambya verfügt dafür über Schulen, Land, Wasser, Maschinen – und vor allem über Menschen mit Ideen und Erfahrung. Unsere ugandischen Partner übernehmen zunehmend die Verantwortung; die Father Charles Convention begleitet sie weiterhin mit Austausch und Unterstützung.
Ich kehrte mit großer Zuversicht zurück. Nach fast 20 Jahren gemeinsamer Aufbauarbeit beginnt ein spannendes Kapitel: Die Menschen in Kasambya entwickeln das Geschaffene weiter und gestalten daraus ihre eigene Zukunft.
Januar 2026 – Ein tolles Ergebnis
Heute war ein ganz besonderer Moment: Die Kinder der Löwenburgschule konnten uns endlich den Erlös ihrer Sammlung für ihre Patenschule in Kasambya überreichen. Nach sorgfältigem Zählen steht fest: Allein durch die Sammlung in der Bad Honnefer Innenstadt sind beeindruckende 975 Euro zusammengekommen.

Dank eures großartigen Engagements können wir nun mit der Installation der ersten Zisternen beginnen. Darüber werden wir euch schon bald berichten. Ein von Herzen kommendes Dankeschön an alle, die mitgemacht, unterstützt und mitgefiebert haben. Wir sind sehr stolz auf euch und euren Einsatz! Die Menschen in Kasambya senden euch ihre herzlichsten Grüße und wünschen euch ein frohes, gesundes und friedliches neues Jahr.
Bis ganz bald!
Dezember 2025 – Über Kontinente hinweg


In der Löwenburgschule in Bad Honnef lag schon früh der Duft von Weihnachten in der Luft. Wochenlang hatten die Kinder gemalt, gelacht und ihre Ideen geteilt. Aus bunten Bildern wurden liebevoll gestaltete Weihnachtskarten, die sie gleich zu Beginn der Adventszeit an Bekannte und Verwandte verkauft hatten.
Am 12. Dezember wurde es dann richtig lebendig. In der Innenstadt stand ihr kleiner, fröhlicher Verkaufsstand: selbstgebackene Kekse, weitere Weihnachtskarten und viele warme Worte. In kleinen Gruppen zogen die Kinder los, Plakate wie Sandwiches umgehängt, und lockten Passantinnen und Passanten mit ihrem Lächeln und ihrer Begeisterung an. Wer vorbeikam, blieb stehen – und ging selten ohne ein Päckchen Kekse oder eine Karte weiter.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Stolz und glücklich schickten wir die Nachricht vom Erfolg an die Hand in Hand Partnerschule in Kasambya/Uganda vom großen Erfolg weiter. Und als nur einen Tag später ein Dankesbrief aus Uganda ankam, wurde es ganz still im Klassenzimmer. Dann breitete sich ein warmes Gefühl aus: Das Wissen, dass ihre Mühe weit gereicht hatte.
So wurde aus Farbe, Teig und Mut eine kleine Weihnachtsgeschichte, die verbindet – über Straßen, Städte und Kontinente hinweg.